Yachtcharter auf der Ostsee- ein unvergesslicher Urlaub

In unserer Familie gibt es eine Abmachung:
Alle drei Jahre machen wir gemeinsam Urlaub – und dann darf es auch mal etwas ungewöhnliches sein, wie zum Beispiel Segeln. Dazu sparen wir alle gemeinsam, werfen das Ersparte in einen Topf und schauen, was das Budget hergibt. Im vergangenen Jahr haben wir beschlossen, uns mal aufs Wasser zu wagen. Da ich und mein Bruder Sven allerdings überhaupt keine Segelerfahrung besitzen und meine Eltern erst kurz vor unserer geplanten Tour den Segelschein gemacht haben, entschieden wir uns für einen Segeltörn mit Skipper. Das Ziel war dann schnell gefunden: Es sollte in die Südsee gehen. Zwar nur in die Dänische, aber gespannt waren wir trotzdem.

Segeln in der Dänischen Südsee

Starten sollte unser Abenteuer auf Fehmarn, mit dem Auto in rund sechs Stunden von Bonn aus erreichbar. Endlich auf der Insel angekommen war ich von der frischen Brise und der Seeluft erst mal wie berauscht. Das tat unglaublich gut nach sechs Stunden Automief. Die Aussicht auf unser Hotel, leckeres Essen, ein weiches Bett und die baldige Tour auf See ließen bei uns allen nun richtige Urlaubsstimmung aufkommen. Der Segeltörn auf der Ostsee sollte erst am übernächsten Tag beginnen – Zeit genug, um sich auf die kommenden Tage einzustellen. Wie unsere Route starten sollte, wollten wir spontan von der Wetterlage abhängig machen. Unser Skipper Jan erklärte uns, dass Fehmarn als Startpunkt für die Dänische Südsee optimal ist, denn von hier aus kann man die Tour entweder Richtung Norden oder in Richtung Westen starten. Volle Flexibilität also, was bei uns die Vorfreude noch etwas schürte, denn wie wir letztendlich starten würden, blieb zumindest für uns bis zur Abfahrt eine Überraschung.
 Leuchtturm

Von Fehrmarn auf nach Dänemark

Nachdem Skipper Jan uns mit den grundlegenden Funktionen des Schiffs vertraut gemacht hatte hieß es endlich: Leinen los! Unser erstes Ziel: Bagenkop Havn auf Langeland in Dänemark. Mit idealem Westwind trägt uns unser Schiff, die Arielle (wie ich den Namen liebe!) in Richtung Ziel. Allerdings merke ich bald, dass ich wohl nicht ganz so seefest bin, wie der Rest meiner Familie und hänge etwas in den Seilen. Anlass für unseren Skipper, mich zu beschäftigen und mich kreuz und quer über das Schiff zu scheuchen, bis er mich letztendlich ans Steuer ruft und mir erklärt, wie ich die Yacht steuern kann. In der Zwischenzeit habe ich mich entweder an das Schaukeln gewöhnt oder einfach vergessen, dass mir übel ist und wir erreichen bald unser erstes Ziel in Dänemark: Langeland.  Bagenkop ist eine kleine Hafenstadt, alles ist sehr beschaulich und klein. Hier bekommen wir Fahrräder, mit denen wir die Insel erkunden können. Ich bin ziemlich dankbar, wieder festen Boden unter den Füßen zu haben und schnappe mir begeistert ein Rad, um die nähere Umgebung zu erkunden. Nach einem kleinen Imbiss im Havngrill gönnen wir uns alle noch ein Eis und genießen einfach nur unseren Urlaub, bis wir gegen Abend auf die Arielle zurückkehren und unsere Bordküche ausprobieren. Wir lernen hier schnell, dass man improvisieren muss, aber letztendlich liegen wir alle satt und glücklich in unseren Kojen und lassen uns in den Schlaf schaukeln. Das macht mir übrigens überhaupt nichts aus, beim Liegen finde ich die Bewegung im ersten Moment zwar ungewöhnlich, aber ich schlafe schnell ein und bin bereit für den nächsten Tag. 

Mit dem Segelschiff von Langend nach Ærø

An Bord ist es irgendwie, wie im Hotel. Ausschlafen ist nicht, denn irgendjemand muss Frühstück besorgen und wer zu lange schläft, bekommt keinen guten Anlegeplatz mehr. Nachdem Jan mich gestern gut beschäftigt hat, darf ich es mir heute auf dem Vorschiff bequem machen und die Sonne genießen, während meine Eltern sich auf das Segeln konzentrieren und sich vom Skipper Tipps abholen. In Søby angekommen schafft es mein Vater sogar ziemlich souverän anzulegen und wir erkunden das kleine Örtchen, dessen wunderbarer Strand zum Entspannen und Genießen einlädt. Alles ist beschaulich und irgendwie still, es entschleunigt und auch an diesem Abend liege ich müde und glücklich in meiner Koje. 
Am Vormittag machen wir einen Ausflug nach Ærøskøbing. Ich fühle mich ein wenig wie im Bilderbuch. Die idyllischen Gassen und die kleinen Häuschen, die von üppigen Rosenbüschen bewachsen sind, machen den Ort unglaublich gemütlich und ich verliebe mich ein wenig in diese Beschaulichkeit.

 Meer

Segeln in der Dänischen Südsee: Svendborg ahoi!

An Tag drei an Bord begreife ich während unserer Fahrt von Ærø nach Svendborg dieses besondere Gefühl von Freiheit, von dem meine Eltern immer gesprochen haben. Ich genieße die vorbeiziehende Landschaft Dänemarks und mir fällt dafür nur ein Wort ein: traumhaft.
Wie schön muss es sein, seine eigene Segelyacht direkt vor der Tür zu haben und immer dann ablegen zu können, wenn einem der Sinn danach steht? In Svendborg angekommen machen wir im Stadthafen fest, oder besser: wir versuchen es. Erst mit Hilfe von unserem Skipper Jan bekommen wir die Leine über den Poller, aber schließlich ist auch noch kein Meister vom Himmel gefallen. Svendborg selbst ist eine ganz
bezaubernde Mischung aus alten Fachwerkhäusern und modernen Gebäuden, die trotzdem harmonisch zusammenpassen. Auf dem Markt herrscht buntes Treiben, von dem wir uns anstecken lassen und die ein oder andere Leckerei erstehen, bevor wir den sonnigen Nachmittag in einem Kaffee und einem Eis genießen und uns für den Abend ein gemütliches Restaurant aussuchen, bei dem wir den Abend ausklingen lassen. 

Rudkøbing: dänische Gemütlichkeit

Als wir am nächsten Morgen in Richtung Rudkøbing starten, begleitet uns auch hier die wunderbare Landschaft der Dänischen Südsee. Die ist zwar ganz anders, als meine eigentliche Vorstellung der Südsee, sie ist aber nicht minder spektakulär und bezaubernd. Während Sven und ich die See genießen, bringt der Skipper unsere Eltern ziemlich auf Trab, bis wird die Hafeneinfahrt von Rudkøbing erreichen. Dort sehen wir uns das Langelandsfort an, wo die Geschichte der Ostsee in der Zeit des Kalten Krieges dokumentiert ist. Ansonsten ist die kleine Stadt beschaulich und hält einige schöne Cafés bereit, in denen man das Leben
einfach genießen kann. Unser nächster Stopp liegt in Marstal, das mit einer langen Seefahrtstradition glänzt. Auch dieser Ort überzeugt durch seine Gemütlichkeit. Hier ist alles liebevoll gepflegt und wirkt unglaublich idyllisch. Die bunten Häuser sind alle mit Blumen dekoriert und ich merke, dass mir diese Idylle unglaublich gefällt. Wir genießen den Tag noch einmal in vollen Zügen, denn uns fällt auf: es ist der letzte an Bord der Arielle. Auch die Ostsee scheint uns noch einmal ausgiebig „Auf Wiedersehen“ zu sagen, denn der Sonnenuntergang ist an diesem Abend magisch. Die Farben sind unglaublich schön und ich wünsche mir, die Zeit einfach
anzuhalten.

 Meer

Yachtcharter auf der Ostsee: magische Dänische Südsee

Die Fahrt zurück nach Fehmarn verläuft dank Skipper Jan problemlos und dort angekommen realisieren wir, dass unser Urlaub an Bord einer Segelyacht schon vorüber ist. Auch die restlichen drei Tage, die wir noch an Land verbringen, bevor es wieder zurück in die Heimat geht, verspüre diese Sehnsucht nach der Freiheit, die ich an Bord kennengelernt habe. Auch der Rest meiner Familie schwärmt immer wieder von diesem tollen Erlebnis und noch vor Ort beginnen wir zu überlegen, wohin wir den nächsten Segeltörn unternehmen wollen.Wohin es uns allerdings wirklich verschlägt, werden wir wohl erst in zwei Jahren wissen. Bis dahin ist ja noch ein wenig Zeit.



Ich bin Tatjana und schreibe jetzt seit 2015 den Blog meintriathlon.de. Seit letztem Jahr schreibe ich auf tanjas- ratgeber.de über die verschiedensten Dinge. Ich brauchte noch einen zweiten Blog um auch mal über andere Dinge zu schreiben. Gerade weil ich seit zwei Jahren Mutter bin und der Sport doch etwas zu kurz kommt.

Vielen Dank liebe Tatjana für diesen tollen Beitrag! Beim Lesen habe ich schon Lust auf Segeln bekommen:-) Folgt ihr auch gerne auf Instagram.

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